In meiner Keynote für den #FITKongress2025 – Females in IT – Future of IT habe ich über etwas gesprochen, das in Organisationen häufig gefordert wird – und gleichzeitig schwer umzusetzen ist:
Mut.
Gemeint ist der Mut, Verantwortung zu übernehmen und kluge Experimente zu wagen.
Denn in einer Welt, die sich schneller verändert als jede Roadmap, sind fertige Antworten kein Zeichen von Stärke, sondern von Stillstand. Wer vorankommen will, muss ausprobieren. Testen. Lernen.
Und genau hier beginnt das Problem.
Denn Experimente führen nicht nur zu Erfolgen. Sie bringen auch Irrtümer mit sich. Und an diesem Punkt zeigt sich, wie ernst es Organisationen mit dem Thema Mut wirklich ist.
Die erste Reaktion auf einen Fehler ist selten Neugier. Meist lautet sie:
Wer war das? Wer hat’s verbockt?
Wenn das die leitende Frage ist, entsteht eine nachvollziehbare Gegenbewegung: Verantwortung wird vermieden, Risiken werden reduziert, Experimente unterlassen.
Das Ergebnis ist vorhersehbar: kein Lernen. Kein Fortschritt.
Deshalb habe ich einen einfachen Perspektivwechsel vorgeschlagen: Mut zeigt sich, wenn du Teammeetings mit dem Satz beginnst: „Das habe ich letzte Woche versemmelt – und das habe ich daraus gelernt.“
Das ist kein Ritual. Es ist eine Haltung.
Und sie beginnt dort, wo Führung sichtbar wird. Eine funktionierende Lernkultur entsteht nicht durch Leitbilder oder Appelle. Sie entsteht, wenn Schuldrituale abgeschafft und Lernprozesse ermöglicht werden. Nicht über Nacht. Aber spürbar.
Fortschritt ist nicht fehlerfrei. Fehlerfreiheit hingegen verhindert Fortschritt.
Diese Frage stelle ich regelmäßig in meinen Keynotes auf Kongressen und in Organisationen: Was wäre möglich, wenn Fehlversuche nicht vertuscht, sondern geteilt würden?
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