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Stürme im Leben

Stürme im Leben machen keine Unordnung – sie räumen auf

Kaum zu glauben, dass das jemand freiwillig tut!

Es passierte in Arizona. Übrigens zeitgleich als ich in Phoenix, Arizona gelebt habe. In einem gewagten und wegweisenden Selbstversuch ließen sich in den 90er Jahren vier Frauen und vier Männer in einem gewaltigen Glasbau, der Biosphere 2, für zwei Jahre einsperren. Zusammen mit 3.800 Tier- und Pflanzenarten.

Das Experiment sollte herausfinden, ob es möglich ist, eine Miniversion unserer Heimat auf anderen Planeten aufzubauen. Sozusagen Expedition Mars im Testlauf auf der Erde.

Das Ganze war in mehrfacher Hinsicht ein absoluter Misserfolg.

Das Essen wurde knapp, denn Milben und Pilze befielen die Ernte. Regenfälle, Stürme und Dunkelheit außerhalb der Biosphere 2 sorgten dafür, dass die Pflanzen in dem Glasbau ihre Fotosynthese verlangsamten und der Kohlendioxidgehalt in der Luft abstieg, während der Sauerstoff-Level sank.

Unter diesen Bedingungen fiel es unendlich schwer, überhaupt klar zu denken, geschweige denn sich um den Anbau und die Ernte der Nahrung zu kümmern. Schnell waren die acht Bewohner heillos untereinander zerstritten.

Und dann war da noch die Sache mit den Bäumen

Wenn die Bäume in der Biosphäre eine bestimmte Höhe erreicht hatten, fielen sie immer wieder einfach um.

Zunächst verwirrte dieses Phänomen die Wissenschaftler. Nach längerer Suche erkannten sie schließlich die Ursache: Es fehlte ein entscheidendes Schlüsselelement. Der Wind!
Wind ist für die Gesundheit von Bäumen von essenzieller Bedeutung.

In einer natürlichen Umgebung werden die Bäume vom Wind durchgerüttelt und geschüttelt. Sie reagieren darauf, indem sie tiefere Wurzeln ausbilden, um ihre Stabilität zu erhöhen. Genau das fehlte in dem Riesentreibhaus komplett.

Eine augenöffnende Geschichte, die sich auf uns übertragen lässt.

Der Mensch ist ein Sicherheitswesen. Die Wiederholung des Immergleichen beschert Sicherheit. Der Wind der Veränderung hingegen bereitet größtes Unwohlsein.

Niemand tut sich leicht mit Veränderungen. Sie sind uns in der Regel nur sympathisch, wenn sie andere betreffen.

Also verwenden wir viel Energie darauf, in der Komfortzone unserer selbstgeschaffenen Biosphäre zu bleiben. Wir hoffen darauf, dass die Stürme des Lebens einen großen Bogen um uns machen. Widerstandslos geben sich viele Menschen ihrer natürlichen Neigung hin, einen Platz im Windschatten zu finden. Das spart Energie. Warum sich unnötig quälen?

Dummerweise sind es gerade die unbequemen Dinge, die uns maximal voranbringen.

Alles, was wir können, all unsere gestärkten Fähigkeiten verdanken wir Grenzsituationen.

Stürme, Widerstände und Probleme sind das, was uns herausfordert, wachsen lässt und uns neue Sichtweisen und Fähigkeiten beschert.

Windstille hingegen ist langweilig, weil dann vieles in uns unentdeckt bleibt.

Du hast die Wahl!

Stürme im Leben

 

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